Wenn Engagement Gemeinschaft und Demokratie stärkt
Grundsätzlich im Gespräch.
Was bewegt Menschen dazu, sich für andere einzusetzen? Wie entstehen Gemeinschaft, Zusammenhalt und demokratische Teilhabe im Alltag? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Engagementforum 2026 im Findlingspark Nochten.
Der Tag brachte Menschen zusammen, die unsere Region auf ganz unterschiedliche Weise mitgestalten. Ehrenamtliche, Selbsthilfeaktive, Nachbarschaftshelfende, Vertreter:innen aus Politik und Kommunen sowie engagierte Jugendliche kamen miteinander ins Gespräch, teilten Erfahrungen und entwickelten neue Perspektiven.
Zwischen Workshops, Projekteinblicken und persönlichen Begegnungen wurde deutlich, wie vielfältig Engagement sein kann und welche wichtige Rolle es für eine lebendige Gesellschaft spielt.
Auf einen Blick
Und darum geht es:
- Veränderung beginnt im Alltag: Im Workshop zum Thema Haltung und Selbstermächtigung setzten sich Engagierte mit Selbstfürsorge, persönlichen Grenzen und der Frage auseinander, wie wertschätzendes und respektvolles Miteinander im Ehrenamt gelebt werden kann.
- Junge Stimmen gestalten Zukunft: Beim Projekt „5 Minuten Zukunft – Wir müssen reden“ interviewten Kinder und Jugendliche Engagierte und Politiker:innen und brachten ihre eigenen Fragen zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt ein.
- Region gemeinsam weiterdenken: Die Forschungsprojekte INSOLA und ASSETS luden dazu ein, Wünsche, Ideen und Perspektiven für die Zukunft der Lausitz sichtbar zu machen und mit Wissenschaftler:innen ins Gespräch zu kommen.
- Engagement verdient Sichtbarkeit: Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe und Alltagshilfen standen im Mittelpunkt eines besonderen Würdigungsmoments und machten deutlich, wie viel gesellschaftlicher Zusammenhalt durch oft unsichtbares Engagement entsteht.
- Begegnung schafft Verständnis: Das Engagementforum brachte Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebenswelten und Erfahrungen zusammen und zeigte, wie wichtig Austausch und Beteiligung für eine lebendige Demokratie sind.
Die eigenen Grenzen kennen
Einen wichtigen Impuls setzte der Workshop am Vormittag zum Thema Haltung, Grenzen setzen, der von dem Theaterpädagogen Harald Hahn begleitet wurde, welcher mit Expertise, Witz und Offenheit durch den Vormittag führte. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage, die viele Engagierte beschäftigt: Wie gelingt es, für andere da zu sein und gleichzeitig die eigenen Grenzen zu achten?
In unterschiedlichen Übungen setzten sich die Teilnehmenden mit Themen wie Vertrauen, Mut, Scham und Selbstfürsorge auseinander. Dabei ging es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um die Frage, wie ein respektvolles und gesundes Miteinander gelingen kann.
Aus anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich im Laufe des Vormittags ein offenes und vertrauensvolles Miteinander. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen, voneinander zu lernen und neue Perspektiven für ihr Engagement mitzunehmen.
Der Workshop machte deutlich, dass in geschützten Räumen Vertrauen entstehen kann, dass gemeinsame Erfahrungen verbinden und dass persönliche Grenzen und Miteinander sich nicht ausschließen – im Gegenteil: dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen oder bewusst ablehnen, sie unterschiedliche Sichtweisen zulassen und gemeinsam nach Lösungen suchen, entstehen neue Perspektiven sowie Raum für Wertschätzung.
Zukunft entsteht durch Beteiligung
Wie wichtig es ist, Menschen aktiv einzubeziehen, wurde an mehreren Stellen des Engagementforums sichtbar.
Unter dem orangenen SNL-Pavillon präsentierten die Kooperationspartner des Seminars für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln erste Erkenntnisse aus den Projekten INSOLA und ASSETS. Besucher konnten sich über die Forschungsvorhaben informieren, Fragen stellen und mit dem Forschungsteam ins Gespräch kommen.
Besonders gefragt war die Mitmachaktion „INSOLA fragt nach“. Hier wurden die Gäste eingeladen, ihre Gedanken zum eigenen Wohlbefinden sowie ihre Wünsche für die Zukunft der Region festzuhalten. Die zahlreichen Beiträge zeigten, wie groß das Interesse daran ist, die Entwicklung des eigenen Lebensumfelds aktiv mitzugestalten.
Auch das Projekt „5 Minuten Zukunft – Wir müssen reden“ stellte Beteiligung in den Mittelpunkt. Kinder und Jugendliche führten Interviews mit Engagierten, Politiker und weiteren Gästen des Forums. Die Fragen hatten sie zuvor selbst entwickelt und in einem vorbereitenden Workshop erarbeitet.
Die Gespräche eröffneten spannende Einblicke in unterschiedliche Formen des Engagements und die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung. Gleichzeitig entstand ein wertvoller Dialog zwischen den Generationen. Für viele der Jugendlichen war es eine neue Erfahrung, so viele Menschen an einem Ort zu erleben, die sich mit großer Überzeugung für andere einsetzen.
Die Begegnungen machten deutlich, dass Beteiligung keine Frage des Alters ist. Wer Menschen zuhört und ihre Perspektiven ernst nimmt, schafft die Grundlage für gemeinsames Gestalten.

Menschlichkeit, die oft im Verborgenen wirkt
Ein besonderer Moment des Tages war die Würdigung der Menschen, die sich in der Selbsthilfe, der Nachbarschaftshilfe und den Alltagshilfen engagieren.
Ihr Einsatz findet häufig fernab öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen, teilen Erfahrungen, organisieren Unterstützung oder schenken Zeit und ein offenes Ohr. Gerade in herausfordernden Lebensphasen sind es oft diese Begegnungen, die Mut machen und Orientierung geben.
Mit der Würdigung wurde sichtbar, wie wertvoll diese Form des Engagements für unsere Gesellschaft ist. Sie stärkt Teilhabe, fördert Zusammenhalt und schafft Verbindungen zwischen Menschen. Dort, wo Unterstützung auf Augenhöhe stattfindet, entstehen Vertrauen und Gemeinschaft.

Das nehmen wir mit
- Engagement braucht Selbstfürsorge: Wer langfristig Verantwortung für andere übernehmen möchte, sollte auch die eigenen Bedürfnisse und Grenzen im Blick behalten. Selbstfürsorge ist keine Nebensache, sondern eine wichtige Grundlage für nachhaltiges Engagement.
- Beteiligung macht Zukunft möglich: Menschen möchten ihre Ideen, Erfahrungen und Perspektiven einbringen. Gute Entwicklungen entstehen dort, wo diese Stimmen gehört werden und aktiv in die Gestaltung von Gesellschaft und Region einfließen können.
- Dialog verbindet Generationen: Die Gespräche zwischen Jugendlichen, Engagierten und Entscheidungsträger:innen haben gezeigt, wie wertvoll unterschiedliche Blickwinkel sein können. Verständnis wächst dort, wo Menschen einander zuhören und miteinander ins Gespräch kommen.
- Gemeinschaft entsteht durch Engagement: Ob in der Selbsthilfe, im Verein, in der Nachbarschaft oder im Alltag – gesellschaftlicher Zusammenhalt lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und füreinander da sind.
- Demokratie wird im Alltag erlebbar: Demokratie zeigt sich nicht nur in politischen Entscheidungen, sondern auch in Begegnungen, Beteiligung und dem gemeinsamen Gestalten von Lösungen. Das Engagementforum hat eindrucksvoll sichtbar gemacht, wie eng beides miteinander verbunden ist.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Das Engagementforum 2026 hat gezeigt, wie viel Potenzial in Begegnung, Austausch und Beteiligung steckt. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Ideen kamen zusammen und machten sichtbar, was eine starke Gemeinschaft auszeichnet: Menschen, die hinschauen, mitgestalten und Verantwortung übernehmen.
Genau dieses Engagement trägt dazu bei, dass unsere Region lebendig, solidarisch und zukunftsfähig bleibt.







