Vielleicht gibt es immer noch keine Antwort darauf, wie Glück eigentlich geht.
Auch nach dem 5. Glückskongress im Landkreis Görlitz können wir wahrscheinlich nicht abschließend beantworten, was Menschen glücklich macht. Vielleicht ist das aber auch gar nicht der Punkt.
Denn am 11. September in der Kulturfabrik Schönbach wurde vor allem eines deutlich: Es braucht Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenkommen. Um zuzuhören, andere Perspektiven kennenzulernen, eigene Erfahrungen einzubringen, Fragen zu stellen – oder einfach miteinander ins Gespräch zu kommen.
Für einen Teil der Gäste begann der Tag bereits am Vormittag mit der Lausitzer Gesundheitskonferenz. Dort ging es unter anderem um Bürgerbeteiligung, erste Ergebnisse aus INSOLA und die Frage, wie Menschen stärker in die Entwicklung ihrer Region einbezogen werden können. Im anschließenden Workshop wurden schnell sehr konkrete Themen benannt: Mobilität, Gesundheits- und Pflegeversorgung, aber auch die Frage, wie Beteiligung so gestaltet werden kann, dass Menschen ihre Erfahrungen tatsächlich einbringen können.
Später öffnete sich der Glückskongress für weitere Gäste, Themen und Perspektiven.

Neue Impulse, andere Blickwinkel
Lia Meißner beschäftigte sich in ihrem Impuls „Was uns trägt, wenn sich alles wandelt?“ mit der Frage, wie wir mit Veränderungen umgehen. Ömer Atiker lud zum Perspektivwechsel ein – und damit dazu, Vertrautes auch einmal aus einer anderen Richtung zu betrachten.
Gesprächsstoff gab es danach jedenfalls genug.
An den Informationsständen wurde weitergeredet, gefragt und diskutiert. Es ging um Gesundheit und Selbsthilfe, um das Miteinander der Generationen, um Engagement und darum, was Menschen im Landkreis gerade beschäftigt.
An der Suche-Biete-Wand für Selbsthilfe kamen im Laufe des Tages immer mehr Themen, Gesuche und Angebote zusammen. Rundherum entstanden Gespräche über bestehende Gruppen, neue Bedarfe und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.
Auch Zukunft wurde immer wieder ganz persönlich. Für „5 Minuten Zukunft“ wurden Stimmen von Gästen und Beteiligten eingefangen: Was nehmen sie aus dem Tag mit? Was beschäftigt sie? Und wie schauen sie auf das, was vor ihnen liegt?
Wenn ernste Themen auch leicht sein dürfen
Und dann gab es noch einen Programmpunkt, der bei vielen Besucherinnen und Besuchern besonders gut ankam: das Improtheater.
Hier kamen Themen des Kongresses noch einmal auf ganz andere Weise auf die Bühne. Das Publikum gab Stichworte und Gedanken vor, die spontan aufgegriffen und mit viel Humor weitergespielt wurden. Plötzlich wurde über Dinge gelacht, die vorher noch Gegenstand ernsthafter Gespräche waren – ohne sie dabei weniger ernst zu nehmen.
Vielleicht passte gerade das ziemlich gut zu diesem Tag.
Denn der Glückskongress wollte nicht die eine Antwort liefern. Er brachte unterschiedliche Menschen und Perspektiven zusammen. Mal ging es um konkrete Herausforderungen, mal um persönliche Erfahrungen, mal um Zukunft – und manchmal einfach darum, eine Sache für einen Moment anders zu betrachten.


Vom Glückskongress geht es direkt weiter
Ein besonderer Moment war außerdem die Übergabe des Glücksschirms an Landrat Dr. Stephan Meyer. Als Schirmherr der Wochen der seelischen Gesundheit im Landkreis Görlitz übernimmt er damit symbolisch die Begleitung der kommenden Aktionswochen.
Und die stehen bereits vor der Tür: Ab dem 21. September finden im gesamten Landkreis 63 Veranstaltungen rund um seelische Gesundheit statt. Damit gehen viele der Themen, die auch beim Glückskongress eine Rolle gespielt haben, direkt weiter.
Alle Termine der Wochen der seelischen Gesundheit finden Sie hier:
Was bleibt nach dem 5. Glückskongress?
Vielleicht vor allem die Erkenntnis, dass nicht jedes Zusammentreffen ein konkretes Problem lösen muss. Manchmal ist es schon wichtig, einen Anlass zu schaffen, bei dem Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen, einander zuhören und miteinander ins Gespräch kommen.
Und davon gab es in Schönbach ziemlich viel.
Vielen Dank an alle, die dabei waren, mitgeredet, zugehört, gefragt, ihre Erfahrungen geteilt – und mit uns gelacht haben.

























